Wertewandel bei Konsum und Wachstum

Eine aktuelle Pressemeldung dieser Tage: VW verdoppelt Gewinn. Das ist schön – keine Frage. Zumindest für VW. Weiter heißt es: Der Konzern hat mehr als 8 Millionen Autos ausgeliefert. 2018 sollen es 10 Millionen sein. Bei Meldungen dieser Art gerate ich immer ins Stocken:

Wachstum – alle reden davon, alle wollen es. Aber gerade bei Autos wird es sehr plakativ: Von welchen Ressourcen sollen diese Autos gebaut werden? Wie soll die Umwelt sie verkraften? Wo sollen all diese Autos fahren? Wer trägt die Sekundärkosten für diese Autos: Straßen, Lärm, Umweltverschmutzung, Unfälle? Dies sind nur einige Fragen, die einem bei dieser Meldung durch den Kopf gehen.

1972 schon gab der Club of Rome eine Studie in Auftrag: „Die Grenzen des Wachstums“. Heute – 40 Jahre später – leben wir immer noch mit der exakt gleichen Glorifizierung dieses Wachstums. Dem Wachstum das nur in Geldmenge gemessen wird.

Dass dieses Wachstum an seine Grenzen stößt ist offensichtlich. Das NEF in Großbritannien oder das Forum ökologisch soziale Marktwirtschaft geben vielversprechende Ansätze und neue innovative Ideen. Der Handel mit CO2 hat bereits begonnen und wird nur der Anfang sein.

Dieses Wachstum stößt aber besonders auch in den Köpfen der Menschen an die Grenze. Es entsteht eine Bewegung, die vom Konsumenten selbst kommt. Die Sicht auf Lebensqualität, Werte und Ziele ändert sich. In den nächsten 10 Jahren kommt eine anders denkende Generation von Konsument auf die Industrie zu. Dieser Gesinnungswandel und damit Wandel im Konsumverhalten wird die eher langsamen politischen und organisations-getragenen Ansätze des Umdenkens links überholen. Dieser Konsument wird auch hinter das Produkt schauen wollen: welches Unternehmen produziert, wie und unter welchen Bedingungen wird hergestellt, wie steht es um Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung. Diese und weitere Aspekte werden wichtiger als nur die Eigenschaften des Produkts selbst.

Unternehmen müssen in diesem Zusammenhang mehr als nur die PR-Strategie anpassen. Es gilt heute wesentliche Strukturen zu schaffen um in Zukunft wahrheitsgemäß und wirksam nach Außen treten zu können.

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