Nah-Infrarot-Spektroskopie – Potential für die Neuro-Ökonomie

Die meisten bildgebebenden Studien in der Neurowissenschaft wurden mit der funktionellen Magnetresonanz-Tomographie (fMNR) ausgeführt. Das fMNR ist ein sehr großes, nicht mobiles Gerät in dem der Untersuchte mit fixiertem Kopf liegen muss. Diese unnatürliche klinische Umgebung ist – insbesondere bei der Untersuchung von Kundenverhalten – ein bekannter Kritikpunkt und mindert die externe Validität der aufwändigen Untersuchungen.

Die funktionelle Nah-Infrarot-Spektroskopie (fNIRS) bietet hier eine alternative Methode. Diese Technik misst „ähnlich“ wie die fMNR den Sauerstoffgehalt, das Blutvolumen und den Blutfluss von Gewebe. Das Verfahren ist nicht neu doch durch die starke Weiterentwicklung der letzten Jahre sind heute zuverlässige quantitative Messungen und eine Bildgebung möglich. Aufgrund der massiven Miniaturisierung sind sogar kabellose Systeme verfügbar und damit bietet sich die Möglichkeit die neuro-ökonomischen Studien in einer natürlichen realen Umgebung durchzuführen. Dies wiederum erhöht die externe Validität erheblich.

Derzeit werden Studien geplant bzw. durchgeführt, um fMNR Ergebnisse mit denen von fNIRS gegenüberzustellen.

Für die Neuro-Ökonomie bzw. Behavioral Economics sind mit dieser Entwicklung aufschlussreiche „real world setting“ Ergebnisse zu erwarten.

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