Innovation und Nachhaltigkeit

Bei meiner letzten Suche mit dem Stichwort „Innovation“ in google erhielt ich 401.000.000 Ergebnisse. Das alleine zeigt schon wie breit gefächert und unspezifisch dieser Begriff Verwendung findet. So bezeichnen wir heute als Innovation, wenn ein iPhone 4S statt 4 heißt oder wenn wir unser Auto ohne Schlüssel aufsperren können.

Und sprechen von Nachhaltigkeit.

Wir leben als hätten wir 4,5 Erden zur Verfügung während das Schelfeis im Weddellmeer abtaut. Gleichzeitig gibt es 1,2 Millionen Kinder unter der Armutsgrenze in Deutschland (!). Nebenbei stehen die Währungssysteme vor dem Kollaps.

Mehr Wachstum?

Seit der Industrialisierung wachsen wir und gleichzeitig waren Staaten noch nie so verschuldet wie heute. Wann beginnen wir zu verstehen, dass dieses Wachstum jedes Jahr ein neues Handy, alle zwei Jahre ein neues Auto, u.s.w. nirgendwo hinführt geschweige denn Menschen glücklich macht oder Sozialverbunde/Staaten gesunden lässt.

Der  Bedarf an Innovation mit der Prämisse der Nachhaltigkeit und Verantwortung ist gigantisch. Der Innovations-Report 2011 listet über 187.000 innovative Verfahren, Produkte und Dienstleistungen. Die Autoindustrie investiert jährlich 68 Milliarden Euro in  F&E. Es passiert vordergründig sehr viel und es gibt wohl kaum ein Unternehmen, welches es sich leisten kann nicht über Innovation nachzudenken oder von sich nicht zu behaupten innovativ zu sein.

Ziel sollte es doch sein den heute lebenden Menschen ihre Bedürfnisse zu erfüllen OHNE zu riskieren – oder besser vorherzubestimmen – dass die nächste Generation dies nicht mehr kann.

Welchen Kriterien sollte Innovation heute genügen?

Eindeutiger Kundennutzen:

Die Produktion eines neuen Produktes mit allen seinen ökonomischen und ökologischen Kosten muss einem klarem Kundennutzen gegenüber stehen. Die blosse Jagd auf Features und Gimmicks genügt nicht.

Vertretbar für die nächste Generation:

Die Innovation sollte unser Erbe für die kommenden Generationen verbessern nicht verschlechtern.

Fokus auf aktuelle Probleme:

Probleme in unserer aktuellen politischen, ökonomischen, gesellschaftlichen, ökologischen Struktur gibt es viele. Innovation sollte auf eine Verbesserung der Lebensqualität in diesen Strukturen abzielen. Das Ziel der Umsatzsteigerung für den Produzenten gilt es zu erreichen zu Gunsten der oben genannten Strukturen und nicht auf deren Kosten.

Der Mensch im Mittelpunkt:

Was stiftet Sinn, was macht glücklich, was brauche ich tatsächlich, beschäftigt mehr und mehr Menschen. Weniger ist oft mehr, weglassen ist mutig, nein Sagen tut gut. Innovation kann auch sein, das Mögliche nicht zu tun und das Produkt und damit sich selbst auf das Wesentliche zu reduzieren.

Diese Art von Innovation würde ich gerne als Sinn stiftende Innovation bezeichnen und sicher gibt es auch hier viele Beispiele. Schreiben sie mir bitte, wenn sie eine solche entdeckt haben.

In diesem Sinne wünsche ich ihnen innovative Ideen und einen erfüllten, zufriedenen und glücklichen Tag.

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