Die Neurobiologie sozialer Entscheidungen

Die Datenlage zu sozialem Verhalten bzw. Entscheidungen ist sehr umfangreich. Es lassen sich drei Haupt-Thesen identifizieren warum ein Mensch sich sozial verhält:

  1. Aufgrund einer Aktivierung des internen Belohnungssystems
  2. Ein kognitives Kontrollsystem entscheidet anhand extrinsisch gebotener Faktoren
  3. Ein sozial kognitives System analysiert Vertrauenssignale der Umwelt

Wenn früher diese drei Mechanismen als ein Alles oder Nichts Prinzip betrachtet wurden so sprechen heute die Studienergebnisse dafür, dass es sich immer um eine Mischung aus diesen drei Mechanismen handelt. Die aktuellen Ergebnisse sprechen hiermit dagegen, dass Egoismus, d.h. ausschließlich die kognitive Analyse extrinsischer Faktoren die vorherrschende Verhaltensform des Menschen ist.

So zeigen Studien, dass das Belohnungsempfinden durch menschliche Kooperationen/Anerkennung höher einzustufen ist als pure materielle Entlohnung. In einer anderen Untersuchung zeigten überbezahlte Kollegen im fMRI eine deutliche Aktivierung der belohnungssensitiven Areale des Gehirns während sie beobachteten, dass ihre unterbezahlten Kollegen eine zusätzliche Entschädigung -um die Ungleichheit auszugleichen – erhielten.  Dieses Aktivierungsmuster blieb konstant selbst wenn der Untersuchte bestätigte, dass er gerne selbst den Geldbetrag empfangen hätte. Dies zeigt, dass selbst bei einer egoistischen Grundeinstellung die neuronalen Mechanismen einer Belohnungsauslösung durch Fairness und „selbstloser“ Aktivität vorhanden ist.

Diese Ergebnisse geben aus neuroökonomischer Sicht interessante Ausblicke für Kundensupport und Mitarbeiterführung.

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