Die Genetik von sozialem Verhalten

Eine interessante Frage im Rahmen neuro-ökonomischen Verhaltens ist, ob soziales Verhalten genetisch codiert ist. Aktuelle Studien zeigen signifikante Zusammenhänge zwischen Genpolymorphismen und Altruismus bzw. Egoismus.

Eine Methode soziales Verhalten zu untersuchen und experimentell zu quantifizieren bietet das Ultimatumspiel. Bei dem Spiel erhält ein Spieler A als Gut meist einen Geldbetrag. Hiervon muss er einen Teil dem Spieler B anbieten. Wenn B das Angebot annimmt erhält B den Anteil und A den Rest. Wenn B das Angebot ablehnt erhalten beide nichts. Das Ziel von A ist seinen Gewinn zu maximieren.

Zwillingsstudien konnten schon früh eine starke Erblichkeit des Verhaltens von Spieler B – also dem second mover – zeigen. Bei A – dem first mover – konnte man keine Erblichkeit feststellen.

Eine aktuelle Studie, die gezielt den Genpolymorphismus des Dopamin D2 Rezeptors mit dem Spielverhalten untersucht zeigte eine signifikante Korrelation zwischen der Ausprägung des DRD2 Gens und dem first mover Verhalten. Da diese Gene die Dichte der Dopaminrezeptoren codieren wird der Zusammenhang zwischen Dopamin-Aktivität und sozialem Entscheidungsverhalten belegt.

Da Dopamin besonders in Bewegung, Belohnung, Verstärkung und Lernen involviert ist ergeben sich interessante Schlussfolgerungen für das Kundenverhalten im Rahmen von Behavioral Economics.

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